#1 Der Border Collie von Teamer 23.07.2010 21:35

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Der Border Collie, kein Hund für "Couch-Potatos"

hier möchte ich den Anfang bei unseren Modehunden mit dem Border machen. Populär durch den Film "Schweinchen Babe", "Wetten das" und den vielen Sportarten, die bei uns zur Zeit in Mode sind.
Hier erst einmal ein Rassebild:
Ursprungsland: Großbritanien
Verbreitung: Sehr stark verbreitet
Heutige Verwendung: Hüte-, Familien-, Begleit- und Sporthund
Erziehung: Der außergewöhnlich intelligente Border ist leicht zu erziehen, wenn der Halter Geduld, aber auch Fachwissen über diese Rasse und vor allen Dingen Konsequenz obwalten lässt.
Wesen: Der sehr selbständige Hütehund verlangt nach sinnvoller Beschäftigung. Wird ihm diese nicht hinreichend gewährt, kann er aggressiv und total ausrasten. Zerstörungswut und andere Untugenden kommen dann zum Tragen.
Verträglichkeit: Verträgt sich mit Artgenossen und größeren Kindern, die mit seiner Lebhaftigkeit umgehen können. Nicht unbedingt zu Kleinkindern, da diese noch sehr Zeitaufwendig sind.
Fütterung und Pflege: Fertigfutter oder selbst zubereitete Speisen (ausgewogen auf den Hund). Der "rührige" Hund benötigt ein Futter mit hohem Eiweißgehalt.
Bewegung: Großes Bewegungsbedürfnis, aber noch mehr vonnöten ist "Gehirnjogging".
Der Kaufpreis variiert zwischen 200,- Euro und ca.750,- Euro

Zusammenfassend:
Der Border ist durch seine Intelligenz und seiner schönen Optik schnell zum Modehund angestiegen. Vor allem durch die Medien und Viele wollen dann natürlich so einen Hund. Das merken natürlich auch die schwarzen Schafe unter den Züchtern, dass sich in diesem Bereich wieder eine Menge Geld verdienen lässt. Also wird diese Rasse auf den Markt geschmissen. Zur Auslastung wird dann überall "Agility" empfohlen. Das würde für eine Auslastung reichen. Am schlimmsten trifft es diese Rasse, wenn unerfahrene Menschen, die womöglich über das Spazierengehen in ihrem Denken nicht weiterkommen, sich so einen Hund anschaffen. Dann sind die ersten Probleme schon vorprogrammiert. Auch Kleinkinder sind ein Hindernis. Nicht dass der Border Diesen gegenüber aggressiv wäre. Nein, ganz im Gegenteil. Aber er merkt sehr schnell, wen er vor sich hat und das kann sich auch negativ auswirken. Dann ist ja gerade hier auch immer der Fall: Familie, Vater, Mutter und Kleinkind. Vater arbeiten, Mutter Haushalt und Kinderversorgung. Sie wünscht sich einen Hund und durch die Propaganda für den Border natürlich diese Rasse. Bekommt auch einen, die gibt ja es in der Zeitung zu Hauf. Als Welpe noch einfach, da ja sooooo süß. Doch dann kommt seine Pubertät und er gibt sich nicht mehr mit Spaziergängen am Kinderwagen zufrieden. Mutter aber zu beschäftigt, mit Haushalt und Kind. Also sucht er sich sein Betätigungsfeld und das muss nicht das Ideale für uns sein. Die Probleme fangen an, wachsen von Woche zu Woche, Mutter in der Erziehung immer mehr überfordert und Vater ja auf der Arbeit. Streitereien, weil Mutter genervt von der vielen Arbeit und Vater genervt von den Beschwerden der Mutter. Oft steigert sich so ein Zustand unermesslich bis dann der Satz fällt, "Der Hund muss weg". Sein nächster Weg ist dann das Tierheim, die "Border in Not" Hilfe oder er wird als Wanderpokal von Einem zum Nächsten gereicht. Viele dieser armen Kreaturen sind dann so Verhaltensgestört, dass sie nicht mehr vermittelbar sind, ihr Leben dann in einer Instutition fristen oder sogar euthanisiert werden müssen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Leider kann man nicht alles ausführen, würde sonst ein Buch füllen. Und das ist dann das Leben eines Hundes, der sich Dieses bestimmt nicht ausgesucht hat.
MEINE GANZ GROßE BITTE: Bevor man sich, aus welchen Gründen auch immer, einen Border anschafft, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass diese Hunde wirklich sehr viel Auslastung brauchen, um zu Hause ruhig und ausgeglichen zu sein. Und wenn man nun keine sportlichen Ambitionen hat und ein ruhiger Mensch ist, Berufstätig ist oder noch Kleinkinder zu versorgen hat, die ja auch eine Menge Aufmerksamkeit brauchen, sollte man sich eine Rasse aussuchen, die genetisch mit diesen Bedingungen klarkommt.
Das gleiche gilt auch für den Australian Shepherd. Dieser wird noch schneller angeschafft, da er nicht so schnell aggressiv wird wie der Border und optisch diesem in nichts nachsteht. Dieser ist einer meiner Lieblingsrassen und es war immer mein Traum so einen Hund in mein Leben zu nehmen. Aber gerade, weil ich soviel mit Hunden arbeite, weiß ich, dass ich dieser Rasse niemals gerecht werden kann. Und das möchte ich dann dem Hund nicht antun, gegen seine Natur mein Leben teilen zu müssen. Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich täglich an so einem armen Geschöpf vorbeifahren muss, das Tag für Tag vorm Haus in einem abgeteilten Bereich mit Hütte lebt. Sieht sich dort den ganzen Tag die vorbeifahrenden Autos und Menschen an. Aber die meiste Zeit liegt er einfach nur in irgendeiner Ecke oder in seiner Hütte und schläft. Und dies wird von der Kommune geduldet, weil der Auslauf ja ausreicht. Ich glaube nicht, dass der Hund sich so sein Leben vorgestellt hat. Vor allem, wo jetzt der Winter kommt, seine Menschen in der warmen Wohnung sitzen und er vielleicht draußen in der Kälte leben muss.
Darum appelliere ich an jeden, der sich einen Hund anschaffen möchte. Erkundigt Euch erst einmal bei erfahrenen Züchtern, die ihre Tiere lieben und nicht als Geldquelle ansehen. Schaut auch bei entsprechenden Vereinen vorbei und lasst Euch über die Arbeit mit diesen Rassen aufklären. Fragt bei den Nothilfen nach, denn gerade sie haben Erfahrungen mit bestimmten Rassen und macht Euch hundertmal Gedanken darüber, ob ihr diesen Rassen ein artgerechtes Leben ermöglichen könnt. Denn sonst ist vielleicht Euer Hund der Nächste auf einer Vermittlungsliste der Tierhilfen.

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